Bachelor

Dieser Artikel beschreibt den Ablauf deines Studiums nach der Prüfungsordnung (PO) 2015. Hast du also vor dem Oktober 2015 mit deinem Studium angefangen, gelten die hier besprochenen Dinge nicht in Gänze. Falls du aber trotzdem Fragen hast zu deinem Studium, findest du deine Prüfungsordnung. Falls dir das zu aufwändig ist, kannst du auch gerne in der Fachschaft vorbeischauen. Viele aktive Fachschaftler studieren mit Sicherheit nach einer alten PO.

Der Bachelorstudiengang Physik dauert in der Regel sechs Semester und endet mit einem berufsbefähigenden Abschluss (B.Sc. -- Bachelor of Science), das heißt, der Bachelor ist ein akademischer Grad, mit dem du schon einen Job auf dem Arbeitsmarkt annehmen kannst. Allerdings bist du mit diesem Abschluss gegenüber einem Master oder Diplomphyiker deutlich schlechter qualifiziert, weshalb es sich wohl gerade jetzt in den ersten Jahren des neuen Systems lohnen sollte, mit dem Ziel des Masters weiter zu studieren. Der Bachelorstudiengang hat eine Regelstudienzeit von sechs Semestern; maximal darfst du neun Semester lang studieren. Wenn du bis dahin den Abschluss nicht geschafft hast, erlischt dein Prüfungsanspruch. Vom Inhalt her hat sich gegenüber dem bisherigen Diplomstudiengang eigentlich nichts geändert, sodass du, wenn du Fragen zur Abfolge der Fächer oder der Vorlesungen hast, eigentlich so ziemlich jeden ansprechen können solltest.

Übersicht des Studienplans


Hier findest du die alten POs

Experimentalphysik

Im Bachelorstudium hörst du zwei Fächer, die in diesen Bereich fallen:

  • Klassische Experimentalphysik
    • Mechanik (Ex 1)
    • Elektrodynamik (Ex 2)
    • Optik+Thermodynamik (Ex 3)
  • Moderne Experimentalphysik
    • Atome+Kerne (Ex 4)
    • Moleküle+Festkörper (Ex 5)
    • Teilchen (Ex 6)

Normalerweise wird die Erfolgskontrolle in den Modulen aus Übungsblättern und Klausuren bestehen. Die genauen Regelungen werden in den Vorlesungen bekannt gegeben und können im Modulhandbuch nachgelesen werden. Die Note in den drei Modulen der Klassischen Experimentalphysik werden durch Klausuren gebildet. Die Fachnote wird durch Mittelwertbildung ermittelt, wobei die Noten nach den ECTS-Punkten gewichtet werden. Die Note in der Modernen Experimentalphysik wird durch eine mündliche Prüfung gebildet. Für die Zulassung zu dieser Prüfung, müssen die Vorleistungen, also der Übungsschein, der drei Module bestanden werden.

Theoretische Physik

Bis zum Abschluss des Bachelorstudiengangs wirst du zwei Fächer in diesem Bereich belegt haben:

  • Klassische Theoretische Physik
    • Einführung, Mechanik (Theo A)
    • Analytische Mechanik (Theo B)
    • Elektrodynamik (Theo C)
  • Moderne Theoretische Physik
    • Quantenmechanik I (Theo D)
    • Quantenmechanik II (Theo E)
    • Statistische Physik I (Theo F1)
    • Statistische Physik II (Theo F2)

Die Bewertung erfolgt hier ähnlich wie die Bewertung der Experimentalphysik-Module. Der Unterschied bei der Zulassung zu der mündlichen Prüfung über die Moderne Theoretische Physik ist, dass in diesem Fall zusätzlich zu Vorleistungen auch Klausuren bestanden werden müssen. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um Scheinklausuren, das heißt ihr müsst die Klausur nur bestehen und bekommt keine Note. Verpflichtend ist die Vorleistung und Klausur im Modul Quantenmechanik I. In den anderen drei Modulen benötigt ihr die Vorleistung und zwei von drei Klausuren. Welche der drei Klausuren ihr schreibt ist euch überlassen. Die genaue Darstellung dazu findet sich im Modulhandbuch für das entsprechende Semester.

Praktikum

Das physikalische Praktikum besteht aus drei Modulen:

  • Praktikum Klassische Physik I
  • Praktikum Klassische Physik II
  • Praktikum Moderne Physik (I)

Jeder Teil erstreckt sich über ein Semester.
Im Rahmen des Praktikums wirst du zusammen mit einem Partner eine Reihe von Versuchen durchführen. Jeder Versuch besteht aus einer mündlichen Vorbereitung, der eigentlichen Versuchsdurchführung mit Anfertigung eines Messprotokolls und der schriftlichen Auswertung der Daten aus der Versuchsdurchführung. Im zweiten Semester werdet ihr noch als Vorbereitung zum Praktikum das Modul "Computergestützte Datenauswertung" hören. Hier lernst du die Programmiersprache Python kennen. Außerdem wird dir beigebracht Daten auszuverten, eine Fehlerrechnung durchzuführen und du bekommst einen Einführung in die Statistik.

Mathematik

Die ersten drei bis vier Semester wirst du Mathematikvorlesungen hören. Dabei hast die Wahl zwischen der "Höheren Mathematik" (HM) und "Analysis und Lineare Algebra" (Ana/LA). Genaueres dazu im extra Artikel.

Nebenfach

Des Weiteren musst du im Bachelorstudium ein nichtphysikalisches Nebenfach belegen. In der Physik gibt es standardmäßig die folgenden Nebenfächer:

  • Chemie
  • Informatik
  • Physikalischer Chemie
  • Werkstoffkunde
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Geophysik
  • Meteorologie

Allerdings ist es unter bestimmten Voraussetzungen auch möglich, etwas anderes zu machen. Mehr zu den Nebenfächern findest du in eigenen Artikeln.

Orientierungsprüfung

Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium hat die Hochschulen verpflichtet, eine sogenannte "Orientierungsprüfung" einzuführen. Wer diese nicht bis Ende des dritten Semesters bestanden hat, verliert den Prüfungsanspruch. Im Klartext: Man kann in Deutschland dieses Studienfach oder artverwandte Studienfächer studieren.
Allerdings gibt es keine eigene Prüfung. Zum Bestehen der Orientierungsprüfung musst du das Modul Klassische Theoretische Physik A und Klassische Experimentalphysik I bestanden haben.

Programmieren

In deinem Physikstudium musst du auch zwei Module in Programmieren und Rechnernutzung belegen. Hier hast du verschiedene Veranstaltungen zur Auswahl. In Programmieren lernst du die Programmiersprache C++ kennen. Die Übungsblätter bestehen aus Programmieraufgaben, welche wöchentlich vorgezeigt und erklärt werden sollen. Am Ende des Semesters musst du noch eine Scheinklausur bestehen. Im 5. Semester musst du noch Rechnernutzung belegen. Hier lernst du Programme kennen, die dir in deinem Leben als Physiker immer wieder über den Weg laufen können. Dies sind zum Beispiel Mathematika, LabView und ROOT. In beiden Modulen bekommst du keine Note.
Achtung! Das Nebenfach Informatik ersetzt diese Veranstaltungen NICHT!

Additive Schlüsselqualifikationen (Softskills)

Im Rahmen des Bachelorstudiums wirst du additive Schlüsselqualifikationen im Umfang von 4 Leistungspunkten erbringen müssen. Dies können zum Beispiel Kurse zu Präsentationstechnik oder Fremdsprachen sein. Diese Kurse werden vom "House of Competence", kurz HoC, angeboten.
Du kannst aus fünf Bereichen wählen, die wiederum eine gewisse Anzahl an ECTS-Punkten pro Lernveranstaltung einbringen.
Jeweils zwei bis drei Punkte pro Veranstaltung erwirbst du in den Themenfeldern "Kultur - Politik - Wissenschaft - Technik", "Kompetenz- und Kreativitätswerkstätten" und "Fremdsprachen".
Um dich für Kurse in diesen Bereichen anzumelden, brauchst du keine besonderen Voraussetzungen.
Die anderen beiden Felder ("Tutorenprogramme" und "Mikrobausteine") finden in Zusammenarbeit mit einem Institut statt und müssen dementsprechend abgesprochen werden.
Weitere Informationen findest du auf der Webseite des House of Competence.
Von den Professoren und der Fachschaft wird der Softskill "Wissenschaftliche Schreiben und Präsentieren in der Physik" empfohlen.

Bachelorarbeit

In der Regel befindest du dich im dritten Studienjahr, wenn du die Bachelorarbeit anfertigst.
Um die Arbeit machen zu dürfen, darf maximal eine Fachprüfung der ersten beiden Studienjahre noch nicht bestanden sein, also ein Fach von Klass. Ex, Klass. Theo, Mathe, Praktium P1 und Nebenfach.
Die Arbeit umfasst 12 Leistungspunkte, die Bearbeitungsdauer beträgt drei Monate. Falls du länger brauchst, kannst du die Bearbeitungszeit auf 6 Monate verlängern. Ein Thema für deine Arbeit kannst du dir selbst suchen, also einfach bei Insituten oder Profs nachfragen. Zusätzlich gibt es auf der Fakultätshomepage eine Liste mit derzeit freien Arbeiten. Die Arbeit soll zeigen, dass du in der Lage bist, einen Sachverhalt der Physik mit wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten.

Bachelorprüfung

Eine Bachelorprüfung als solche existiert eigentlich nicht.
Die Bachelorprüfung ist dann bestanden, wenn die Module aller hier genannten Fächer mit mindestens "ausreichend" bewertet, also bestanden wurden.
Die Gesamtnote der Bachelorprüfung errechnet sich aus den mit den ECTS-Punkten gewichteten Noten der Fächer:

ECTS Prozent
Klassische Experimentalphysik 24 16,4%
Klassische Theoretische Physik 20 13,7%
Modern Experimentalphysik 26 17,8%
Modern Theoretische Physik 26 17,8%
Mathematik 24 16,4%
Nebenfach 14 9,6%
Bachelor-Arbeit 12 8,2%
Gesamt-Benotete ECTS 146
Unbenotete ECTS 34
Gesamt ECTS 180

Häufige Fragen und Antworten sind praktischer Weise im Bachelor FAQ aufgelistet